Eine typische Woche

von Alexander Dobrev

Um montags pünktlich bei meinem Kunden einzutreffen, beginnt der Tag schon um 05:00 Uhr früh. Der Flug nach London ist Routine, und ich bemühe mich, erst mit dem Eintreffen in Heathrow richtig aufzuwachen. In der Ankunftshalle treffe ich mich mit einem Kollegen und gemeinsam fahren wir zum Kunden. Unser Projekt hat gerade erst begonnen und für den heutigen Tag sind viele Meetings und Gespräche angesetzt. Um passgenaue Lösungen entwickeln und umsetzen zu können, müssen wir die Kultur, die Organisation und relevante Prozesse möglichst genau verstehen – und dafür ist ein intensiver Austausch mit dem Kunden unerlässlich. Wir sprechen mit Bereichsleitern, welche uns die strategischen Ziele des Projektes erläutern und lassen uns von Fachexperten in die Feinheiten der Materie einführen. Gleich in unserem ersten Gespräch lernen wir, dass sich die Planung für interne Projektvorarbeiten geringfügig verschoben hat. Als Folge werden wir den Projektplan leicht anpassen müssen.

Den ganzen Tag lang nehmen wir Informationen auf, bewerten ihre Relevanz für unser Projekt, stoßen Folgeaktivitäten an und „destillieren“ die wirklich kritischen Punkte. Zwischendurch gehen wir mit unserem Projektsponsor essen. Während des Essens wird über Reisen und verschiedene Kulturen geredet. Es ist Urlaubszeit und man tauscht sich darüber aus, was eine deutsche und eine englische Familie typischerweise im Urlaub macht und wo die Unterschiede sind.

Kurz nach 16:00 Uhr ist das letzte Kundengespräch beendet. Die nächsten zwei Stunden bereiten wir den Tag nach. Wir verfassen Gesprächsprotokolle, in denen wir Arbeitsaufträge und getroffene Entscheidungen dokumentieren und vergewissern uns so, dass wir alles richtig aufgenommen haben. An einigen Stellen wird uns bewusst, dass wir noch Verständnislücken haben. Hier kontaktieren wir interne Ansprechpartner und bitten um Aufklärung. Zwei wichtige Ideen visualisieren wir in PowerPoint, um sie am Folgetag mit dem Projektsponsor diskutieren zu können. Unser Arbeitstag endet mit einem Abstimmungsgespräch im Kreis der Allolio&Konrad Kollegen, in dem wir Eindrücke und Informationen austauschen und die Verantwortung für die Durchführung von Folgeaktivitäten verteilen. Gegen 19:30 Uhr fahren wir ins Hotel.

Montagsabends sind alle ziemlich müde. Unser Team geht gemeinsam Abend essen, dann ziehen sich alle zurück. Jetzt telefoniert man mit der Heimat oder geht vielleicht noch zum Sport.

Die folgenden Tage bleiben intensiv, sind aber nicht mehr ganz so anstrengend. Es gibt positives Feedback vom Kunden: Unsere Zwischenpräsentation hat die Runde gemacht und eine darin enthaltene Handlungsempfehlung soll umgesetzt werden. Lange erwartete Daten, die wir für unsere Analysen dringend brauchen, treffen endlich ein.

Am Mittwoch verlassen wir das Büro etwas früher, um Badminton spielen zu gehen. Es kommt regelmäßig vor, dass wir gemeinsam etwas unternehmen. Dabei reicht das Spektrum von Sport bis Kultur. Man erfährt schnell, welche Interessen die Kollegen teilen. Einen „Teilnahmezwang“ gibt es natürlich nicht.

Donnerstagabend fliegen wir zurück. Am Flughafen trennen sich die Wege, weil die Kollegen in unterschiedlichen Städten wohnen. Am Freitag schließlich ist endlich Zeit, die Woche gründlich nach und die nächste Woche vorzubereiten. In unserem Bonner Büro treffe ich Kollegen und diskutiere mit ihnen mein Projekt. Gemeinsam finden wir eine Lösung für ein Problem, das mich schon eine Weile beschäftigt hat. Am Freitagnachmittag beginnt ein arbeitsfreies Wochenende. Ich fahre mit dem guten Gefühl nach Hause, dass unser Team diese Woche gute Arbeit geleistet und die Erwartung des Kunden übertroffen hat.